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Chronologie der Besitzer
758: Erstnennung der Burg Sythen unter König Pippin Ende des 14. Jahrhunderts: ein Zweig der Familie Hagenbeck lebt auf Schloss Sythen Mitte des 15. Jahrhunderts: Johann von Besten übernimmt das Anwesen 1530: Schloss Sythen geht an Konrad von Ketteler zu Assen 1704: durch Heirat geht der Besitz an Anton von Galeen zu Bisping 1728: erneut durch Heirat geht der Besitz an Christian Franz von Fürstenberg 1821: nach 1821 übernimmt die Familie der Grafen von Westerholt Schloss Sythen. Ab 1946 Verpachtung an den Caritasverband Recklinghausen. Ein Kindererholungsheim wird auf Schloss Sythen errichtet. 1970: Verkauf des Anwesens an den Caritasverband Recklinghausen 1971: Abriss des Herrenhauses durch den neuen Besitzer 1979: Verkauf von Schloss Sythen an Herrn Winfried Humberg 1989: Die Stadt Haltern erwirbt Schloss Sythen Das Torhaus und das Gebäude der ehemaligen Kapelle sind zu diesem Zeitpunkt bereits in einem beklgenswerten Zustand 2002: Schloss Sythen kommt ins World Wide Web Stammtafel der Herren zu Sythen (eine Genealogie, zusammengestellt von Johannes Brans) |
![]() wahrscheinlicher Ursprung der Burg Sythen ![]() alte Federzeichnung ![]() Torhaus der heutigen Anlage |
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Schlaglichter zur Geschichte der Anlage
Schloss Sythen ist hervorgegangen aus einer germanischen Wallburg. In der Urkunde aus dem 8. Jahrhundert wird die Sythener Wallburg 758 als "Sitina" das erste mal erwähnt und spielte zu der Zeit bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Sachsen und Franken eine Rolle. Der hl. Luidiger, erster Bischof von Münster, wurde 805 von Karl dem Großen mit Besitz, u.a. auch mit der Burg Sythen ausgestattet. Von 1268 bis 1301 lebte dort der Vasall Ritter Diederich. Die fedelustigen und verschwenderischen Ritter von Hagenbeck übernahmen 1301 den Besitz und lebten auf Burg Sythen bis 1450. Danach folgte Johann von Besten, der mit einer Hagenbeck-Tochter verheiratet war. Er erklärte die Eigenhörigkeit der Sythener Bauern, die ihm damit dienst- und lehnpflichtig waren. 1530 ging die Burg Sythen durch Heirat mit Margarete von Besten an Konrad von Kettler. Die Erbtochter Maria Agnes von Kettler heiratete Goswin Anton von Galen zu Bisping. 1728 ging Haus Sythen durch Heirat an Christian Franz Theodor von Fürstenbeg. Von 1821 bis 1965 war Schloss Sythen im Besitz der Familie von Westerholt und Gysenberg. 1965 verkaufte Graf Egon von Westerholt, der auf Schloss Westerholt wohnte, Schloss Sythen an den Caritasverband Recklinghausen, der hier das seit 1946 von Oberschwestern betriebene Kinder-Genesungsheim durch Erweiterungsbauten vervollständigte. Aus heutiger Sicht unvorstellbar ließ 1971 der Caritasverband das Herrenhaus in der vorbildlich gepflegten Anlage Schloss Sythen abreißen, um an dieser Stelle ein Familienerholungsheim zu bauen. Der Plan wurde nicht realisiert und 1979 verkaufte man das Anwesen an den Halterner Immobilienmakler Humberg, der seine baulichen Absichten ebenfalls nicht umsetzen konnte. Da auch in den folgenden Jahren durch Menschenhand nichts mehr verändert wurde, hat sich die Natur das Gelände zurückerobert. Am 27.01.1989 erwarb die Stadt Haltern von der Firma Humberg die inzwischen stark verfallene Anlage Schloss Sythen im Tausch gegen Bauland. |
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Sythener Arbeitsgruppe schlägt Sanierung und Nutzung vor
Schon bald nach dem Erwerb durch die Stadt Haltern am 27.01.1989, befasste sich eine kleine Sythener Gruppe mit der Frage, der Restaurierung und der zukünftigen Nutzung. Sie entwarf ein Konzept, das zuerst dem Bürgermeister und Stadtdirektor, den politischen Gremien und dann im Mai 1989 im Pfarrheim St. Josef Sythen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dabei fand es grosse Zustimmung; im politischen Bereich hatte es Befürworter wie Gegner. Die damalige und heutige Opposition im Rat der Stadt fand dieses Ideenkonzept, das die Urheber lediglich als eine Entscheidungshilfe an den Rat der Stadt Haltern verstanden wissen wollte, so interessant, dass sie es an die zuständigen Stellen der Landesregierung NRW weiterleitete und für das Konzept warb. |
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Landesregierung greift Ideenkonzept der "Planungsgruppe" auf
Der damalige Städtebauminister Zöpel liess sich am 21.08.1989 dieses Ideenkonzept an Hand der vorgelegten Pläne auf dem Gelände von Schloss Sythen erklären und war von der Idee, hier ein öko-soziales Zentrum mit den inhaltlichen Säulen "Geschichte, gemeindliches Leben und Natur" zu schaffen begeistert und sagte eine Finanzierung des Projektes durch die Landesregierung zu, wobei er davon ausging, dass die Stadt Haltern nach Erarbeitung entsprechender Auftragsunterlagen bereits 1990 mit den Bauarbeiten beginnen könne. Am 18.04.1989 erfolgte auf Grund des Konzeptes der Sythener Gruppe durch das Düsseldorfer Städtebauministerium eine mündliche Zusage zur Förderung von Schloss Sythen in Höhe von 2,4 Millionen DM. Das waren 80% der errechneten Gesamtbausumme, die restlichen 20% sollten von der Eigentümerin aufgebracht werden. |
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1990 fertigte das Büro Prof.H.Pfeiffer/Dipl.Ing.C.Ellermann ein Gutachten, in dem die Baugeschichte, der Bauzustand, eine konstruktive Bewertung, verschiedene Nutzungsvarianten, eine Außenanlagengestaltung und Baukosten für das vorgeschlagene Nutzungskonzept erarbeitet wurden. Dieses Gutachten wurde dem Bau- und Planungsausschuss und auch der Landesregierung vorgelegt. Diese hielt das vom Büro Pfeiffer/Ellermann erarbeitete Gestaltungsprojekt, insbesondere im Hinblick auf den geplanten Neubau, für überdimensioniert. Daraufhin erarbeitete die Stadt Haltern eine neue antragsfähige Planung, in deren Mittelpunkt die Restaurierung der vorhandenen Bausubstanz mit einer angemessenen Nutzug als soziokulturelles Zentrum stand. Die hierfür berechneten Gesamtkosten lagen bei 2.645.000 DM. |
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Förderanträge werden gestellt
Der Förderantrag wurde auf dieser Grundlage beim Regierungspräsidenten in Münster gestellt, der die förderfähige Gesamtsumme auf 2.500.000 DM bezifferte und für den Zeitraum bis 31.12.1997 einen Zuschuss in Höhe von 2 Millionen DM billigte, der später um einen Betrag von 113.000 DM für einen nicht förderfähigen Teil der Baumassnahme gekürzt wurde. Von der Stadt Haltern wurden immer wieder durch Vandalismus anfallende Reparaturarbeiten am Schloss Sythen übernommen, dennoch war ein rasant fortschreitender Verfall der Anlage nicht zu übersehen. Trotz der bewilligten und abrufbaren Teilsumme in Höhe von 1 Millionen DM konnte mit den Bauarbeiten nicht begonnen werden, da die Stadt Haltern sich nicht in der Lage sah, die erforderlichen Eigenmittel aufzubringen. |
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Sythener Schützen krempeln die Ärmel hoch
Etwa ab 1993 schaltete sich in immer stärkeren Maße der Schützenverein Sythen unter seinem rührigen Vorsitzenden Dr. Manfred Dammer in die wiederkehrenden dringend notwendigen Unterhaltungsarbeiten ein. Unter dem Wahlspruch: "Für Bürgersinn und Heimattreue" übernahm der Schützenverein die führende Rolle. Im Klartext bedeutete dies die Übernahme des Eigenanteils in Höhe von knapp 500.000 DM durch den Schützenverein und der eventuell noch für dieses Projekt zu gewinnenden Vereine. Trotz unterschiedlicher Auffassungen im Schützenverein wurden durch die Mitglieder viele Arbeitseinsätze zur Sicherung von Bausubstanz und Gelände geleistet. Schon zu dieser Zeit zeigte sich Wilhelm Haverkamps leidenschaftliche Verbundenheit zum Schloss Sythen. Ohne den Einsatz seiner Maschinen und Geräte wäre ehrenamtliches Engagement bei der Fülle der anfallenden Arbeiten weit weniger erfolgreich gewesen. |
![]() Dr. Manfred Dammer |
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Schloss Sythen Gesellschaft
Die Pläne zur Gründung einer solchen Gesellschaft, die für den Betrieb des restaurierten Torhauses und der Kapelle unter soziokulturellen Gesichtspunkten verantwortlich sein sollte, konnten nicht verwirklicht werden. Dabei war vorgesehen die Stadt Haltern mit 51% und den Schützenverein mit 49% zu beteiligen. Den Schützen sollte aber weiterhin die bauliche Durchführung obliegen. Aus haftungsrechtlichen Gründen sollte ein Generalunternehmen eingesetzt werden, dessen Einsatz durch Spenden und sonstige Zuwendungen finanziert werden sollte. Dieses Modell hat keine Rechtskraft erhalten. Die bewilligten und verfügbaren Mittel sind nicht in Anspruch genommen worden. Im Juli 1994 wurden die bis dahin nicht abgerufenen Mittel in Höhe von 1 Mill. DM für den Weiterbau des städtischen Jugendzentrums "Trigon" eingesetzt und später die für 1997 zugewiesenen Trigonmittel wieder der Schloss-Finanzierung zugeführt. Bereits 1989 war bei der Erstellung der allerersten Pläne durch die ehrenamtlich tätige Sythener Arbeitsgruppe auf die Finanzierungsmöglichkeiten durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung gerade solcher Restaurierungsprojekte, bei denen neben dem Denkmalschutz auch der Naturschutz eine Rolle spielt, hingewiesen worden. Antragsteller konnte nach Satzung der NRW-Stiftung jedoch keine Kommune sein. Vorrangig kamen hierfür Vereine mit entsprechender Zielsetzung in Frage. |
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Planung und Bauleitung durch Pfeiffer/Ellermann
Planung und Bauleitung des Restaurierungsprojektes Schloss Sythen lag wieder in den Händen von Dipl.Ing. C.Ellermann vom bewährten Büro Pfeiffer/Ellermann. Die Planung für das Gewerk "Elektro" am Umbau Schloss Sythen wurde durch das Ing. Büro für E-Technik F. Schäfen ausgeführt. Ansprechpartner für den "Förderverein Schloss Sythen" bei der Stadt Haltern war und ist Herr Lautenschütz. Der Vorstand des "Fördervereins Schloss Sythen" war und ist bemüht über unterschiedlichste Aktionen neue Mitglieder zu werben, eine gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu machen, Aktionstage vorzubereiten und für eine steigende Akzeptanz des "Projektes Schloss Sythen" in der Öffentlichkeit zu werben. Für das Jahr 2000 wurden ein Kalender und Schmuckkarten erstellt und mit bestem Erfolg verkauft. Planung und Durchführung von Ausstellungen, "Tag der offenen Tür" und Weihnachtsbaumaktionen rundeten die Vorstandstätigkeit ab. Ein Nutzungskonzept für die restaurierten Räume und den Freiflächen wurde erarbeitet und der Stadt Haltern übergeben. Wichtige Bausteine zur Erwirtschaftung des aufzubringenden Eigenanteiles erbrachten bisher der angebotene Schlosswein und die vom Chefredakteur der "Halterner Zeitung", Robert Roth, ins Leben gerufenen Losaktion "Wir retten Schloss Sythen". Finanzierungsanträge an die NRW-Stiftung wurden gestellt und nach einigen Ortsterminen von dort aus als aussichtsreich bezeichnet. |
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Nutzungsvertrag mit der Stadt Haltern
Am 20.091999 wurde zwischen dem "Förderverein Schloss Sythen" und der Stadt Haltern ein Bau-, Nutzungs- und Verwaltungsvertrag für eine Laufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Zu einer effizienteren Nutzung des Torhauses entschloss sich der Förderverein den Anbau des südlichen Torhausflügels um 6 m zu beantragen. Diesem Vorhaben wurde unter der Bedingung zugestimmt, dass die anfallenden Erweiterungskosten zu 100% vom Förderverein übernommen werden. Dank der grossen Unterstützung durch den Landtagsabgeordneten Karl Heinz Rusche wurden für diese Maßnahme weitere 250.000 DM von der Landesregierung zur Verfügung gestellt, die nicht nur dem Anbau, sondern auch der gesamten Baumaßnahme zugute kamen. Durch die Restaurierung der alten Bausubstanz sind 5 Räume entstanden die fortan von der gesamten Bevölkerung für unterschiedlichste Anlässe, von Vortragsveranstaltungen über Seminare, für Versammlungen, Dichterlesungen und Konzerte bis hin zu Andachten, Trauungen und privaten Feiern genutzt werden können. Es wird von Seiten des Fördervereins als selbstverständlich angesehen, dass alle Veranstaltungen in enger Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Gastronomie durchgeführt werden. über ein gutes Zusammenwirken mit der Stadtagentur hofft der Förderverein auf eine vielseitige Anreicherung des Jahresprogramms für Schloss Sythen. In annähernd 4 jähriger Bauzeit wurden die bis hierhin vorgestellten Ergebnisse erzielt. Aufgabe des Fördervereins ist es nun, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Haltern das soziokulturelle Zentrum mit Leben zu erfüllen. Eine grosse Ausgabe, die sicherlich nur dann geleistet werden kann, wenn mit der Leidenschaft, die während der ganzen Bauzeit zu spüren war, weitergearbeitet wird. Schon jetzt wird deutlich, dass zur Anmietung der Räume technische Grundausstattungen verlangt werden. Für Naturwissenschaftlich und technisch ausgerüstete Seminare, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen wird ein Dia- und Overheadprojektoren benötigt. Videorecorder, Fernsehgerät, Computer und Beamer gehören ebenfalls zum Equibment moderner Veranstaltungsräume. Schon jetzt zeigt sich, dass das Vorhandensein derartiger Technik für die Vergabe der Räume von entscheidender Bedeutung ist. |